Das Smart Service Archiv ist das Austauschformat für Smart Services. Es basiert auf dem Paketierungsformat Cloud Service Archive des OASIS-Standards TOSCA. In einem Smart Service Archiv werden alle für die Provisionierung, Ausführung und das Management von Smart Services notwendigen Komponenten und Metadaten gespeichert. Die Struktur eines Smart Services, d.h. das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten des Services, wird durch eine sogenannte Anwendungstopologie beschrieben, welche anhand der Modellierungsumgebung unter Zuhilfenahme wiederverwendbarer TOSCA NodeTypes erstellt werden kann.

NodeTypes abstrahieren dabei nicht nur das Managementinterface von Systemkomponenten, sondern ermöglichen es auch die für die Ausführung einer Komponente notwendigen ausführbaren Dateien als auch die für das Management der Komponente notwendigen Operationen und Implementierungen ebendieser anzuhängen. So ist es beispielsweise möglich, dass ausführbarer Programm-Code, wie in der obigen Tabelle angegeben, in einen NodeType Flink App oder die Anbindung von Daten an Analysealgorithmen mittel OPC UA in einen NodeType OPC UA Client gepackt werden. NodeTypes können nun nach Bedarf in unterschiedlichen Anwendungsszenarien wiederverwendet werden, indem sie als sogenannte NodeTemplates in spezifische Anwendungstopologien, d.h. konkreten Smart Service Implementierungen, eingefügt werden. Daraus ergibt sich, dass je nach Anwendungsfall und daraus resultierender Anwendungstopologie Analysealgorithmen nahe bei Daten ausgerollt werden können (Function Shipping), oder aber auch Daten nahe zu den Algorithmen (Data Shipping) gebracht werden können.

Da die in SePiA.Pro entwickelten Analysealgorithmen die Optimierung von Produktionslinien im Fokus haben, müssen bei deren Ausführung zwingend produktionsbezogene Daten verarbeitet werden. Solche Daten sind häufig unternehmenskritischer Natur und streng vertraulich. Für die Absicherung solcher Daten können zum Smart Service Archiv deshalb Policies hinzugefügt und in der abgelegten Anwendungstopologie referenziert werden. Policies ermöglichen es z.B., dass vom oben beschriebenen Smart Service Deployment System sichergestellt wird, dass Daten das Unternehmen nicht verlassen, oder dass definierte Artefakte wie Algorithmen oder Daten im Smart Service Archiv nur verschlüsselt bzw. signiert gespeichert werden.

All diese Artefakte und Metadaten zusammengenommen werden als TOSCA-ServiceTemplate im Smart Service Archiv abgelegt. So ist das Smart Service Archiv eine abgeschlossene und selbstbeschreibende Einheit, die es erlaubt Smart Services einfach in die gewünschten Zielumgebungen zu übertragen, dort auszurollen und zu managen.